06.02.2022    
Das blaue Haus stellt sich vor

Im Januar hat sich unser Einzug ins blaue Haus zum ersten Mal gejährt. Höchste Zeit also, innezuhalten und ihm ebenfalls einige Zeilen zu widmen.

Das blaue Haus ist nicht einfach „irgendein Haus“. Es gehört auch nicht uns, sondern Rogers Freund Udo, der es mit seiner Frau Petra und den gemeinsamen Töchtern 30 Jahre lang bewohnte. 

In den 90-er Jahren erlangte das Haus einen gewissen Grad an „Berühmtheit“, da es das erste buddhistische Zentrum Krefelds darstellte. Udo und Petra unterrichteten nämlich anfangs in der Gompa - das ist ein buddhistischer Gebetsraum - die Lehren der Karma Kagyü Linie (Diamantweg-Buddhismus). Anbei ein Link zu einem damaligen Interview mit Petra über den „Buddhismus im Schlafzimmer“: https://rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/die-buddhisten-der-seidenstadt_aid-11228369

Manchmal fanden sich hier auch prominente Gäste ein, wie zum Beispiel Lama Ole Nydahl, der Begründer des Diamantweges in Deutschland oder Chogyal Rinpoche, der u.a. die BIA Foundation in Nepal ins Leben gerufen hat.

Noch heute ist das Haus auf einem Wanderschild auf dem Egelsberg als „Buddhistischer Tempel“ verzeichnet- darüber müssen wir immer schmunzeln, wenn wir daran vorbei gehen und gelegentlich auch unsere Kater ermahnen, dass sie sich gerade so gar nicht wie zwei würdevolle Tempelkater benehmen.

Roger gehörte später ebenfalls zu den praktizierenden buddhistischen Schülern, die oft im blauen Haus ein und ausgingen und natürlich hatte er damals noch keinen blassen Schimmer davon, dass er eines Tages einmal dort wohnen würde.

Durch einen traurigen Schicksalsschlag im Jahr 2019 musste Petra leider viel zu früh diese Erde verlassen, und Udo lebte fortan allein im Haus.

So kam es für uns zu dem Umstand, dass wir überraschend das Angebot erhielten, im Frühjahr 2021 dort einzuziehen. Das ließen wir uns nicht zwei Mal sagen. 

Es kommt uns tatsächlich wie eine schicksalshafte Fügung vor, dass wir hier leben dürfen, da wir von Anfang an das Gefühl hatten, dass es nicht bloß um gewöhnlichen Wohnraum geht. Allein schon die Präsenz der Gompa mit ihrem wunderschönen Altar und den noch immer vorhandenen buddhistischen Gegenständen erinnern uns stets daran, dass es neben dem bloßen Bewohnen des Hauses auch noch um etwas Anderes, etwas Tieferes zu gehen scheint…

So lag es Petra und Udo am Herzen, das blaue Haus zu einem offenen und geselligen Ort zu machen, an dem verschiedenste Menschen zusammenkommen, um friedvoll miteinander zu praktizieren und eine intensive Zeit zu erleben. 

In diesem Geiste wollen wir die Geschichte des blauen Hauses nun fortschreiben, wenn auch etwas abgewandelt auf unsere ganz persönliche Art und Weise. 

Es soll auf jeden Fall weiterhin ein kraftvoller und warmer Ort bleiben, an dem Menschen stets willkommen sind und frische, stärkende Impulse erfahren können. Oder auch einfach nur mal Freude haben und schöne Momente mit uns verbringen dürfen. 

Buddhistische Aktivitäten finden hier momentan nicht mehr statt - wir haben aber bereits einige schöne anderweitige Ideen und Pläne, was wir in Zukunft an Angeboten kreieren können. Dass wir überhaupt diese besondere Möglichkeit bekommen haben - darüber empfinden wir sehr viel Dankbarkeit und sind gespannt, was sich noch alles hier entfalten will…